Die Universitätsstadt Jena ist neben Weimar und Erfurt die wohl bekannteste Großstadt im Lande Thüringen. Sie hat sich nach der Wiedervereinigung Deutschlands zu einem der dynamischsten wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Zentren in den neuen Bundesländern entwickelt. Da Jena zudem in einer landschaftlich reizvollen Gegend liegt, zieht es viele gut ausgebildete und hoch qualifizierte Menschen in diese Stadt.
Erstmals wurde Jena 1182 urkundlich erwähnt. Der Weinbau war im Mittelalter ein wichtiges wirtschaftliches Standbein der Stadt. Jena wurde früh vom Kurfürstentum Sachsen vereinnahmt. Im 16. Jahrhundert ergriff die Reformationsbewegung die Stadt als Folge derer bald die Universität zu Jena gegründet wurde. In Verbindung mit der Universität blühte der Buchdruck auf. In den Zeiten des Barock entstanden prächtige Bürgerhäuser. Unter dem Einfluss Goethes als Minister von Herzog Carl August zog der neue Weimarer Geist in die Stadt ein. Hier wurde auch die Freundschaft zwischen Friedrich Schiller und Goethe geboren. Fichte und Hegel lehrten an der Universität.
Der wirtschaftliche Aufschwung ging nach der industriellen Revolution auch an Jena nicht vorbei. Traditionell ist hier die Glasindustrie ansässig, die das optische Handwerk befruchtete und zur Industrialisierung führte. Entwicklungen für Mikroskope und Planetarien machten die Stadt weltbekannt. Die Namen Schott, Carl Zeiss und Ernst Abbé sind eng mit diesem wissenschaftlichen und industriellen Aufschwung verbunden. Diese Unternehmen wurden von den Alliierten Ende des zweiten Weltkrieges zerschlagen, erlangten aber neue Geltung in der Bundesrepublik und in der DDR.
Nach der Wiedervereinigung wurden in und um Jena zahlreiche Unternehmen für Biotechnologie gegründet, ebenso Unternehmen für optische Technologien und Sensorik. Die gesamte „Thüringer Städtekette“ Erfurt-Jena-Weimar blickt einer wirtschaftlich und wissenschaftlich erfolgreichen Zukunft entgegen.